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Giudo's OP

Guidos OP und die Lüftung eines Geheimnisses

Anfang Januar 2009 machte uns das Verhalten unseres Leguans Guido recht große Sorgen, der Gang zum Tierarzt sollte Gewissheit verschaffen.

Die erste Hürde für den Transport eines Leguans ist die stattliche Größe von ca. 1,20m. Draußen waren lausige Temperaturen im Minusbereich und wir mussten uns dringend etwas einfallen lassen.

Aus zwei Styroporkisten bastelten wir eine Transportkiste, die einerseits groß genug war und andererseits auch nicht so schnell auskühlen konnte. Drei heiße Wärmflaschen unter eine kuschelige Decke und schon konnten wir die besorgte Reise zum Tierarzt antreten.

Nach ein wenig Wartezeit erfuhren wir die erste "überraschende" Diagnose nach der Endoskopie: Guido ist ein Mädchen. Bisher hatten wir ja angenommen, Guido wäre ein Männchen... warum auch immer.
Die zweite Diagnose beängstigte uns dann doch eher, denn Guido litt darunter, dass seine Blase mit Harngrieß verstopft war. Eine sofortige Operation war unumgänglich.

Guido blieb beim Tierarzt und wurde am nächsten Tag operiert. Wir haben Blut und Wasser geschwitzt, denn eine Operation stellt auch immer eine große Gefahr für so ein Tier dar.

Doch unsere Guido-Maus ist eine Kämpfernatur.

Nach 2 Nächten und einigen Kratzern an den Armen der Tierarzthelferin konnten wir unsere Guido wieder heim holen.
Jedoch hatte sie für 6 Wochen absolutes Kletterverbot... und das, wo sie doch ihre Baumstämme über alles liebt!

Unser größtes, uns zur Verfügung stehendes Terrarium wurde hergerichtet, mit Handtüchern und Decken als Untergrund und mit ihrem Lieblingsheizstein.

Als erstes stürzte sie sich zu unserer Freude auf ihr Futter - endlich hatte sie wieder einen gesegneten Appetit.

Auch wenn sie sich nicht wirklich wohl fühlte in diesen viel zu engen Wänden, so genoss sie doch die Stunden auf ihrem geliebten Heizstein.

Hier ein Foto der Narbe nach ca. 2 Wochen.

Die Heilung verlief recht gut und so erlaubte ich ihr hin und wieder ein wenig Ausgang im Büro, während ich ihr Terrarium reinigte.

Doch unserer verrückten Nudel ging es scheinbar schon wieder zu gut. So büchste sie während ihrer Freigänge ständig aus und überbrückte immer mehr Hindernisse, um auf möglichst hohe und aussichtsreiche Plätze zu gelangen.
Den größten Schreck jagte sie mir ein, als sie innerhalb von nur einigen Sekunden es über Ordner, einen Schreibtisch bis hin zum Fensterbrett geschafft hatte.

Tja und kurz danach hatten wir dann den Salat. Die Dame hatte den Dreh raus, wie sie sich ganz allein aus ihrem Terrarium befreien könnte. Sie schaffte es doch tatsächlich, mit ihrem Maul den Deckel beiseite zu schieben. Was meint ihr, wie sich unsere Sekretärin erschrak, als sie das Büro betrat und Guido sie frech vom Sessel aus anschaute.

Und durch ihren Bewegungsdrang hatte sich ein wenig der oberen Schicht Reptilienhaut von der Naht gelöst. Ein Besuch beim Tierarzt beruhigte mich, alles wäre im grünen Bereich, jedoch dürfte sie jetzt auf keinen Fall weitere Ausflüge machen. Absoluter Stubenarrest musste für die nächsten 2-3 Wochen eingehalten werden.

Darüber war sie ganz und gar nicht begeistert.

Am 26. Februar war die Schonzeit dann vorbei. Guido durfte wieder in ihr geliebtes Zuhause umziehen.

Als erstes kletterte sie sofort auf ihren Lieblingsstamm, der ihr den besten Überblick über ihr Reich verschafft. Sie klammerte sich gut fest, wahrscheinlich für den Fall, dass ich es mir noch einmal anders überlegen könnte. Sie ist wirklich ein echt schlaues Leguan-Weibchen.

Leider hatte ich es organisatorisch nicht geschafft, ihr Terrarium mit einigen neuen Pflanzen aufzufrischen, aber in naher Zeit hole ich es auf jeden Fall nach.