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Rettet das Huhn

Auszug aus dem Bauernhoftagebuch vom 11.01.2016:

Letzte Nacht konnte ich vor lauter Aufregung kaum schlafen und ich möchte euch nun erzählen warum.

Vor einigen Monaten entdeckten wir im "www" eine Organisation mit dem Namen "Rettet das Huhn". Dieser e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, "ausgediente" Legehühner aus Massentierhaltung zu retten, bevor sie mit ca. einem Jahr auf Schlachthöfen "entsorgt" werden. Dieses eine Jahr lang mussten sie massenhaft Eier legen und kommen nun in ein Alter, wo die "Eiproduktion" stetig nachlässt. Dann ereilt sie das Schicksal des Todes, außer der Bauer ist bereit, diesen Tieren eine zweite Chance zu schenken.
Nun kommt "Rettet das Huhn" ins Spiel. Dieser Verein sucht immer wieder Menschen mit Herz, die bereit sind, diesen Legehennen ein artgerechtes und vor allem schlachtfreies Zuhause zu bieten, wo sie einfach nur alt werden dürfen.
Da diese Tiere sehr oft aus schlimmen Haltungsbedingungen gerettet werden, bietet dieser Verein auch eigens gestrickte und genähte Hühnerpullis an, damit schlecht befiederte Hühner bei dem derzeitigen Wetter nicht frieren müssen.

Wir waren begeistert von soviel Engagement und beschlossen, bei der nächsten Aktion zu helfen und einigen Legehennen ein neues Heim zu bieten.

Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt - aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier. (Verfasser unbekannt)

Heute morgen war es dann soweit. Wir fuhren wir mit 2 großen Transportkisten in Richtung Velten in Brandenburg. Treffpunkt war ein großer vereister Parkplatz. Nach und nach trafen immer mehr Autos von "Rettern" ein und schnell kam man mit diesen Gleichgesinnten ins Gespräch. Die meisten waren genauso aufgeregt wie wir, denn auch für sie war es das erste Mal, dass sie an einer Hühnerrettung teilnahmen.

Kurze Zeit später stieß auch Madeleine zu uns, eine Mitorganisatorin für den Berliner/Brandenburger Raum von "Rettet das Huhn" und erklärte uns kurz, wo die heutigen Hühner herkommen und wie alles ablaufen wird.

Viele tausend Gedanken gingen uns durch den Kopf. Wie sehen die Hühner aus, in welchem Zustand werden sie sein. Bilder von Hühnern aus Legebatterien spielten sich in meinen Gedanken ab. Und glaubt mir, es gibt Dinge auf dieser Welt, die möchte man sich lieber nicht vorstellen.

Dann kam der Transporter auf den Parkplatz gefahren. 170 Hühner aus Freilandhaltung eines Betriebes in Niedersachsen, zu zehnt in Transportkisten verstaut, schauten uns ängstlich an. Ich hatte das Gefühl, dass es einen Moment lang sehr still war und alle schauten auf die Tiere, mit dem Gedanken, "gleich habt ihr es geschafft und dürft anfangen zu leben".

Nun musste es schnell gehen. Anhand der Listen wurden die Hühner sorgsam von Madeleine´s Mann in die Kisten der zukünftigen Besitzer gepackt. Jeder, der Hühner von "Rettet das Huhn" übernimmt, musste einen Schutzvertrag unterschreiben und schon konnte es losgehen... die Reise in ein neues und schöneres Leben.

Auf der Knirpsenfarm angekommen, setzten wir unsere 7 Hühner in den extra umgebauten kleinen Hühnerstall. Die Fahrt war sichtlich anstrengend und die Aufregung konnte man deutlich erkennen.
Innerhalb einer Stunde beruhigten sich die Hühner und fingen an zu fressen und zu trinken. Der Gesundheitszustand scheint auf den ersten Blick erstaunlich gut zu sein, was darauf schließen lässt, das es auch Betriebe gibt, denen es nicht ganz egal ist, wie ihre Hühner in der Massentierhaltung leben.

In den nächsten Tagen werden wir die "7 Glücklichen" gut beobachten und immer wieder Futter anbieten, was gesund und nahrhaft ist. Denn nun müssen sie erstmal lernen zu scharren, auf der Stange zu sitzen und Futter zu essen, welches nicht nur das Eierlegen in Gang bringt, denn bei uns dürfen sie einfach nur Huhn sein. Also willkommen auf der Knirpsenfarm.

Zitat auf der Homepage von "Rettet das Huhn" :

Unsere Hoffnung bleibt, dass aus vielen kleinen Tropfen irgendwann ein Meer der Empathie wird, dass sich immer mehr Menschen gegen die Ausbeutung der sogenannten "Nutztiere" wenden und erkennen, dass jedes Tier - ein Huhn nicht weniger als ein Hund, ein Pferd oder ein Mensch - ein fühlendes, seelenvolles und achtenswertes Wesen ist.

eure Manu

Hühneraufnahme von "Rettet das Huhn e.V."

trauriger Eintrag vom 2.April 2016:

Und erneut ist es passiert, es wurde heute Nacht im Hühnerstall eingebrochen und 8 unserer geliebten Geflügel gestohlen.

Einfach nur unfassbar traurig, wenn es tatsächlich wieder so weit ist und einen diese böse Realität einholt.
Eben noch zeigen wir euch tolle Schnappschüsse unserer Schützlinge, und im nächsten Moment krampft einem der Magen auf dem Weg zur Arbeit.

Trotz Verbesserungen der Überwachung finden diese Mistkerle immer wieder Wege. Mit aller Gewalt bedienen sie sich bei uns wie selbstverständlich.

Dieses Mal nahmen sie unseren Hahn George, die Hühner Heike & Manu, 4 der geretteten Hühner und ein Kampfhuhn mit.

So viele schöne Erinnerungen bleiben uns nur noch auf Fotos und im Herzen.
Wir vermissen euch so... jeder von euch hatte eine, seine kleine Geschichte, warum ihr bei uns gelebt habt.

Lebt wohl!!!